Auflösung

 

Auflösung ist keine absolute Grösse wie sie das vergleichende Pixel-Zählen suggerieren könnte. Auflösung ist relativ und hängt von Flächen und von Abständen ab. Die Auflösung gibt an, wie viele parallele gleich dicke schwarze Linien man auf einem weißen Untergrund bezogen auf eine bestimmte Länge (Inch/Zentimeter) noch voneinander unterscheiden kann. Der Abstand der Linien ist so groß wie diese dick sind und oft spricht man auch von Linienpaaren, weil auf die schwarze Linie eine weiße Linie folgt. Bei 50 schwarzen Linien  auf weißem Grund (50 Linienpaaren) pro Zentimeter misst  jede Linie einen zehntel Millimeter. Filme wie der Tri-X von Kodak schaffen bei normalen Beleuchtungs-verhältnissen 50 bis 60 Linien pro Millimeter. Unter guten Kontrastbedingungen schafft der Tri X nach Herstellerangaben 120 Linienpaare pro Millimeter, wahrscheinlich nur, wenn man eine entsprechende Vorlage im Kontaktverfahren auf den Film aufbelichtet. Im Alltag spielt auch das Objektiv und die Filmentwicklung eine entscheidende Rolle. Gehen wir von realen 60 Linienpaaren pro Millimeter aus, dann ergibt sich für das Kleinbild eine Grösse von 2160x1440 Linienpaaren für deren komplette Wiedergabe mindestens 4320x2880 Pixel erforderlich wären.

 

Ich scanne Kleinbildnegative in der besten Qualität mit 5444x3649 Pixeln, was ungefähr einer Auflösung von 4000 PPI/DPI entspricht. Wird dieses Bild für den Druck mit der optimalen Auflösung von 300 Druckpunkten pro Inch ausgegeben, erzielt man einen Ausdruck in der Grösse von 46x30cm, der sich auch aus 25cm Abstand betrachten lässt, ohne das das Auge die Druckpunkte erkennen kann. Formate bis 60x80cm lassen sich problemlos realisieren, weil bei solchen Vergrößerungen auch der Betrachtungsabstand automatisch zunimmt. Für die Webdarstellung kann ein solches Bild auf 192x122cm vergrößert werden,  was ungefähr dem Faktor 500 entspricht. Wenn Sie einzelne ausgewählte Negative für den optimalen Druck digitalisieren wollen, sind sie mit einem Trommelscanner besser bedient.

 

Für die Digitalisierung von Kleinbild biete ich fünf verschiedene Auflösungen an. Die erste Variante ist nur für Layoutzwecke gedacht und zeigt das Bild in geringer Auflösung einschließlich des oberen und unteren Rands. Die genauen Pixelmaße für die Varianten 2 bis 5 entnehmen Sie der folgenden Tabelle:

 

 

 

 

 

 

Scan-Auflösung 1 Full Frame Bild

 

 

 

Ausschnitt Scan-Auflösung 1 

 

Ausschnitt Scan-Auflösung 2

 

Ausschnitt Scan-Auflösung 3

 

Ausschnitt Scan-Auflösung 4

 

Ausschnitt Scanauflösung 5

 PPI= Pixel per Inch
DPI= Dots per Inch, Druckpunkte pro Inch

Die vollständigen Beispielbilder können für Vergleichszwecke im Downloadbereich HIER heruntergeladen werden. Bei allen Dateien handelt es sich um JPEGs, wegen der geringeren Datenmenge.

 

 

Der ideale Scanner

Einen idealen Scanner gibt es nicht. Das Non-Plus-Ultra an Ergebnis erzielt man mit einem Trommelscanner, eine Technologie die sehr alt ist (ab1950er Jahre) und zur Herstellung von Lithos in der Druckvorstufe eingesetzt wird. Ein Trommelscanner erreicht mehr als 10.000 DPI. Bei einem Trommelscanner wird das Negativ nass mit einer Abdeckfolie auf einem transparenten Zylinder aufgezogen. Der Aufziehvorgang dauert mehrere Minuten und beansprucht die Negative. Nach dem Scanvorgang muß die Montageflüssigkeit vom Negativ wieder entfernt werden. Früher hat man die Negative nach dem Scannen oft weggeworfen. Bei Youtube gibt es ein Video vom Aufziehen.

 

Der Imagon Hasselbladt Flexiscan ist ein virtueller Trommelscanner. Das Negativ wird in einer Halterung bogenförmig in den Scanner eingeführt. Die erzielbaren Auflösungen liegen über 6000dpi. 

 

Ausschnitt aus Testnegativ, Negativscan mit Hasselbad Imagon 9170x6132 Pixel.

 

Ein Flachbrettscanner mit einer Durchlichteinheit ist ebenfalls zum Scannen von Negativen geeignet. Meistens muß der Film in einen Negativhalter eingespannt werden und je nach Grösse der Durchlichteinheit können mehrere Filmstreifen gleichzeitig gescannt werden. Die astronomischen Auflösungszahlen in vielen Prospekten entsprechen nicht der physikalischen Abtastauflösung. Scanner intern wird das abgetastete Bild auf hohe DPI-Werte umgerechnet, was letztlich nur ein Aufblasen der vorhandenen Information bedeutet, aber keinen wirklichen Zugewinn. Ein Scanner mit wirklichen 2400 DPI gehört schon zu den Spitzenprodukten.

 

Links (oben) der Ausschnitt des Testnegativs gescannt mit einem Epson Flachbrettscanner 4990 Photo und einer Auflösung von 8017x5550 Pixeln im Durchlicht. Rechts (unten) der Aufsichtscan einer Postkartenvergrößerung vom gleichen Negativ mit 3924x2736 Pixeln hergestellt auf dem gleichen Flachbrettscanner.

Filmscanner sind spezialisierte Geräte zum Scannen von verschiedenen Filmmaterialien. In der Umbruchphase zwischen Analog- und Digital-Photographie war das Angebot an Filmscannern das umfangreichste. In dieser Phase waren Ergebnisse von analoger Aufnahme auf Film und Digitalisierung mit einem Filmscanner besser, als die Fotos der damals lieferbaren Digitalkameras. Auch galt es zu dieser Zeit die vorhandenen Mengen analoger Fotos zu Digitalisieren. Nach 2005 zogen sich die grossen Hersteller langsam aus dem Geschäft mit Filmscannern zurück. Im Semiprofessionellen Bereich ist von den Traditionsherstellern nur mehr Nikon mit zwei Modellen vertreten. Der neuste Filmscanner (2014) von Reflecta RPS 10M erreicht eine Auflösung von 10.000 dpi und erzeugt in ca. 5 Minuten vom Testbild eine TIFF Datei mit 13.960x9402 Pixeln und 769 Megabit. Qualitätsmäßig kann man das Resultat mit der oben beschriebenen Scanauflösung bei 3 einstufen.

Testausschnitt Reflecta RPS 10M

 

Industrie-Filmscanner erlangten nach der Verbreitung der Laserausbelichtung ab 1992 in der fotografischen Labortechnik eine grosse Bedeutung. Der Workflow ging von Analog zu Digital und wieder zum analogen Fotopapierbild. Gleichzeitig versuchte Kodak seine Photo CD zu etablieren, deren verschiedene Qualitätsstufen noch heute Maßstab in der Minilabtechnologie sind. Industriefilmscanner liefert unter anderen Noritsu, Fuji, Konika, Durst und Kodak, wobei in diesem Sektor schon länger keine beachtlichen Neuigkeiten zu verzeichnen sind. Die Technologie stagniert mehr oder weniger auf dem Stand von 2004, Konika/Minolta und die Kodak Tochter Pakon haben sich aus dem Scannergeschäft verabschiedet.

Repro mit Digitalkamera

Ganz findige Fotografen haben sich eine kostengünstige Möglichkeit der Digitalisierung ausgedacht. Das Abfotografieren des Negativs oder Dias auf dem Leuchtkasten. Selbst mit speziellen Makroobjektiven bleibt die Qualität dieser digitalen Repros bescheiden und es fällt eine umfangreiche Nachbearbeitung an.

  

Links (oben) ein Auschnitt aus einer Negativ-Reproduktion mit Nikon D90 volles Bild mit 3950x2780 Pixeln, nachbearbeitet in Photoshop. Rechts (unten) ein Ausschnitt eines Negativ-Scans vom gleichen Negativ mit 5444x3649 Pixel ohne jede Nachbearbeitung.

Alternativ zur Reproduktion könnte man auch mit einem Vergrößerungsgerät ein Negativ direkt auf den Sensor einer Digitalkamera projizieren. Aber auch diese Methode führt zu keinen befriedigenden Ergebnissen.

  

Vergrößerung mit Focomat in eine Canon Camera direkt auf den Sensor

 

Scan Zeiten

Bei einzelnen Scans spielt die Länge des Scanvorganges keine wesentliche Rolle. Fallen jedoch grosse Mengen von Filmmaterial zum Digitalisieren an, addieren sich Sekundenunterschiede im Einzelfall zu Stunden und Tagen in der Gesamtbilanz. Die Geschwindigkeit von Scannern lässt sich nur an einem konkreten Auftrag wirklich vergleichen. Dias werden schneller gescannt als Negative, ICE Staubentfernung mit Infrarot verlangsamt den Vorgang, USB Schnittstellen und angeschlossene Rechner sind für die Geschwindigkeit des Datentransfers mit verantwortlich.

Hier einige Scan-Zeiten:

Nikon LS 8000 hochauflösend 6x7cm Negativ ca. 40 Minuten

Nikon Coolscan 5000 ED bei 4000DPI mit ICE ca 1.40 Minuten

Epson V600 Dia ICE bei 3200PPI ca. 4 Minuten

Hasselblad Flextight X1 mit 5000PPI ca. 4 Minuten

 

Bildbeispiele für die Auflösung zum Herunterladen finden sich im Downloadbereich unter Phototechnik