26. November 2025

Bell&Howell Kopiermachine mit Dichroitischem-Spiegel-Stahlteiler 1989

Der Brief vom Kopierwerk an den DoP ist ein vergessener Kommunikationsvorgang zur Qualitätssicherung, obwohl das alles noch nicht so lange her ist.

Jeder Musterlieferung waren Negativproben, eine Liste mit den Kopierlichtern sowie ein Befund beigelegt, in dem Fehler wie Kratzer und Perforationseinrisse vermerkt waren.

Die Negativproben und die Liste mit den Kopierlichtern gaben Aufschluss über die Belichtung. Muster wurden mit additiver Lichtsteuerung nach dem RGB Verfahren für die drei Farben Rot, Grün und Blau gefahren. Dazu wurde in der Bell&Howell Kopiermaschine weißes Licht durch Dichroitische Spiegel in die drei Farbauszüge geteilt und in jedem Kanal geregelt.

Kopiermaschine im Bavaria Kopierwerk Juli 1989

Obsolete und aussterbende Technologien werden nicht nur durch neuere effizientere Verfahren ersetzt, sondern führen in der Folge auch zu Veränderungen im gesellschaftlichen Gefüge. Mit dem Ende der Linotype Maschine ist nicht nur ein technisches Gerät aus dem Herstellungsprozess der Zeitung verschwunden, sondern auch die stillschweigende Vereinbarung zwischen Verlag und Kunde, dass es eine Korrekturinstanz gibt, die alle redaktionellen Texte noch einmal unabhängig auf Verständnis und Rechtschreibung prüft. Der Setzer war der erste Leser und wurde vom Fotosatz verdrängt. Jetzt haben wir deutlich mehr Fehler in den Publikationen. Heute erleben wir dauernd, dass solche Vereinbarungen zwischen Unternehmen und Kunden verändert werden, wobei dem Kunden nur die Option bleibt, den neuen Vereinbarungen zuzustimmen und sich so von früher gegebenen Versprechen zu verabschieden.

Linotype Operator bei der Rheinischen Post in Düsseldorf 1969