10. Juli 2026

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Es gibt Dinge, die schafft sich der Normalbürger einmal im Leben an, weil er in seinem Nutzungsverhalten den Verschleiß bedingten Produktlebenszyklus eigentlich nicht erreichen kann, wäre da nicht der ungehemmte Innovationswille einer Industrie, die bewährt traditionelle Herstellungsweisen mit moderner, oft aus der Raumfahrttechnik stammender Risikotechnologie vermengt.

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Bergschuhe stellt man mindestens seit 5300 Jahren her, wie uns der Leichenfund des Ötzi bestätigt. Was er an den Füßen trug, wird wie folgt beschrieben:

  • Sohle aus Bärenleder, das besonders robust und abriebfest ist.
  • Obermaterial aus Hirschleder, das flexibler war und sich gut an den Fuß anpasste.
  • Ein Netz aus Lindenbast im Inneren, das die Konstruktion zusammenhielt.
  • Getrocknetes Gras als Füllung und Isolierung – ähnlich wie eine warme Einlegesohle oder Socke.

Diese Bauweise machte die Schuhe gut geeignet für kalte, feuchte Bedingungen im Gebirge. Experimente mit Nachbauten haben gezeigt, dass sie überraschend bequem und warm gewesen sein dürften.

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Hätte der Ötzi moderne Bergschuhe getragen, dann hätten seine Füße beim Fund, wenn überhaupt in einer schwarzen klumpigen, vielleicht Teer ähnlichen Masse gesteckt. In den 70er Jahren begann man für die Zwischensohle von Berg und Wanderschuhen ihrer dämpfenden Wirkung wegen PU-Schäume (Polyurethan) einzusetzen, die sich aber nach 10 bis 15 Jahren durch das Einwirken von Feuchtigkeit aufspalten können. Es setzt die sogenannte Hydrolyse ein, bei der das Wasser die Polymerketten aufspaltet, so dass die Zwischensohle sich unter Belastung verkrümelt oder in ein klebriges Pulver übergeht. Es spielt keine Rolle, ob man den Schuh benutzt oder nicht. Berichtet wird, dass wenig getragene Schuhe anfälliger für den Zersetzungsprozess sind.

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Ähnliches geschah häufig mit der sogenannten Soft-Touch-Beschichtung von technischem Gerät, die die Handhabung angenehmer machen sollte sich aber mit der Zeit in eine klebrige Schicht verwandelt, die das genaue Gegenteil bewirkt. Der Handgriff von 19.000 € teuren Zoomobjektiven klebt plötzlich an den Fingern fest und hinterlässt Teer-artige Ränder auf den Händen. Solche Objektive sind Langzeit-Investitionen, bei denen man nicht davon ausgehen kann, dass sie schon nach fünf Jahren entsorgt werden. Bei der Soft-Touch-Beschichtung ist es oft die Migration von Weichmachern, wahrscheinlich in Zusammenwirkung mit dem Schweiß der Hände, die den Handschmeichler in eine klebrige Masse transformiert. Auch günstigere Produkte wie Amateur Videocamcorder oder Computer-Mäuse sind nach einer bestimmten Zeit kaum noch zu benutzen.

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Langlebigkeit ist in der Produktentwicklung kein Kriterium mehr, oft sich die Startups schon verschwunden, ehe der Zersetzungsprozess des Materials beginnt.

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