Montreal Symphony im Kino

13. Januar 2011

 

 

 Ab sofort im Kino:

 

Dokumentarfilm. Deutschland, Kanada 2010

Regie und Drehbuch Bettina Ehrhardt Kamera Bill Kerrigan,

Philippe Lavalette, Hans Albrecht Lusznat, Daniel Vincelette

Montage Carolle Alain

 

"Montreal Symphony" ist ein Film über einen der bedeutenden Dirigenten unserer Zeit und sein Verständnis der Musik. Ein Jahr lang begleitete die Dokumentarfilmerin Bettina Ehrhardt Kent Nagano und das Orchestre symphonique de Montréal (OSM) vom Hohen Norden Kanadas bis nach Paris. Proben- und Konzertmitschnitte symphonischer Werke von Bruckner, Mahler und Debussy, eine konzertante Aufführung von Olivier Messiaens Oper "Saint François d'Assise" zeigen, wie Nagano Musik entstehen lässt. Darüber hinaus geht er neue Wege,  um sein Publikum zu finden: "Wir wollen unsere Musik über die Wände des Konzertsaals hinaustragen." Die Musiker des Montrealer Traditionsorchesters spielen in Schulen, in Montreals Hockeystadion oder in den Dörfern der Inuit. Und sie vergeben ungewöhnliche Kompositionsaufträge - Stücke für den Kehlkopfgesang der Inuit oder für einen Radiosprecher mit Orchester. Die Filmemacherin Bettina Ehrhardt, erfahren im Bereich Musik und Film, entwirft ein lebendiges Portrait des Dirigenten und seines Montrealer Orchesters.

 

DER DIRIGENT KENT NAGANO


Kent Nagano, der Kalifornier japanischer Abstammung, ist Generalmusikdirektor in Doppelfunktion - als Musikchef der Bayerischen Staatsoper und des Symphonieorchesters Montreal. Die kulturelle Vielfalt der kanadischen Metropole hat ein Orchester hervorgebracht, "das europäische und amerikanische Traditionen mischt - in einer Stadt, die nordamerikanisch und europäisch geprägt ist."
Der Film porträtiert den Dirigenten und seine Montrealer Symphoniker in der 75. Jubiläumssaison des Orchesters. Nagano hat zu diesem Anlass ein besonderes Musikprogramm zusammengestellt, um mit seinem Publikum in Dialog zu treten. "Ich träume von einer Welt, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, seinen Weg zur Kunst zu finden. Kultur ist Menschenrecht, sie führt aus der Herrschaft der Notwendigkeit in die Sphäre der Freiheit. Teilhabe an den Künsten macht den Menschen mündig, sie gibt ihm Kraft zum Überleben."

 

EPISODEN DES FILMS


Der Film ist als Episodenfilm angelegt, mit Drehorten in Montreal, Nunavik, Paris und München. Fünf musikalische Ereignisse des Jahres 2009 erzählen in sich abgeschlossene, aufeinander bezogene Geschichten. Der Dirigent reflektiert, auf welche Weise die Musik sein Leben geprägt hat.

Der Zuschauer begleitet Nagano auf eine außergewöhnlichen Reise: der Dirigent und sieben Musiker des OSM fliegen nach Nunavik, in den Hohen Norden Québecs, wo sie den dort lebenden Inuit ein Geschenk machen. "Take the Dog Sled", ein Stück der kanadischen Komponistin Alexina Louie, ist eine Hommage an die Inuit, ihre Kultur und die grandios unbarmherzige Natur des Nordens. In Schulworkshops stellen die Musiker den Schülern vor Ort ihre Instrumente vor, Geige und Fagott, die die Kinder noch nie gesehen haben. Gelegenheit für Nagano sich zu erinnern, wie er in seiner Kindheit die Welt der Musik für sich entdeckte.

Im Kontrast dazu steht das Pariser Konzertereignis auf der Europatournee des Orchesters, mit Gustav Mahlers "Lied von der Erde". Paris ist die Stadt, in der der junge Dirigent Nagano ein entscheidendes Jahr seines Lebens verbrachte - zu Gast im Haus des Komponisten Olivier Messiaen. Dessen Musik und Spiritualität haben Nagano, der Sohn buddhistischer und christlicher Eltern, stark berührt.

Kent Nagano knüpft in den Konzerten aber auch Verbindungen zwischen klassischer Musik und Alltagskultur - inspiriert vom Radiomoderator René Homier-Roy und dessen populärer Morgensendung "C'est bien meilleur le matin" ("Am Morgen ist alles besser"), Der junge Montrealer Komponist Simon Leclerc schreibt ein Stück für Radiosprecher und Orchester, musique concrète instrumentale voller Lokalcolorit und Humor. Alles kann Musik werden, scheint Nagano seinem Publikum zurufen zu wollen. (Werbetext zum Film)