Google findet die Arriflex Story nicht!

7. Juli 2015

Es gibt gesellschaftliche Aufgaben, die kann man zum Wohle Aller nur hoheitlich organisieren und darf sie nicht ausschließlich den privaten Interessen von Unternehmen überlassen. Dazu gehört ganz sicher die Informationsbeschaffung und Verteilung, weshalb wir ein öffentlich rechtliches Fernsehen haben.

Das Internet hat in diesem Bereich mit seinen Suchmaschinen Fakten geschaffen, die wenigen Privatfirmen ein Monopol der Informationsbeschaffung in die Hand gegeben haben. Die Suchmaschine war zu Beginn ein uneigennütziges Angebot ist aber inzwischen zu einer gewinnbringenden Massenmanipulation mutiert, weil sie nicht mehr nach klaren Regeln sucht, die für alle gelten, sondern nach bezahltem Interesse lenkt.

Auf meiner Homepage habe ich die Arriflex Story veröffentlicht. Dieser sehr spezielle Artikel in 10 Teilen wird auch in einem Wikipedia Eintrag erwähnt. Gebe ich in die Google Suchmaschine Arriflex Story ein, dann erscheint an erster Stelle der Wikipedia Eintrag unter 454.000 Suchergebnissen. Es folgen am laufenden Band irrelevante Einträge, bei denen die beiden Worte vielleicht vorkommen, nie aber im Zusammenhang und gehäuft. All diese Anbieter haben etwas zu verkaufen und gieren nach Aufmerksamkeit. Weit abgeschlagen an 102. Stelle (die Reihenfolge kann sich täglich ändern) erscheint ein Suchergebnis, das direkt auf meine Webseite führt, wo es eben diese Arriflex Story gibt. Es war nicht immer so, daß Google die Relevanz so verkehrt darstellt, aber warum das so ist, vermittelt sich nicht und Google reagiert nicht auf Anfragen.  Gott sei Dank gibt es noch Bing von Microsoft (Marktanteil 3,5%). Da ist Wikipedia das erste Suchergebnis, dann aber schon 3, 5, 6 und 7, wobei die Ergebnisse auf verschiedene Teile der Artikelreihe verweisen.

Glücklicherweise betreibe ich kein Geschäft, in dem die Internetkommunikation eine Rolle spielt, aber wer sein Geschäftsmodell auf dem Internet aufbaut und auf Suchmaschinen angewiesen ist, der kann per Knopfdruck bei Google weggelöscht werden und wird nicht mehr gefunden, und bei der Internetsuche ist es wirklich so: Der beste Platz eine Leiche zu verstecken, ist die Seite 2 der Googlesuche.

Das jeder Suchende heute von den Suchmaschinen (allen voran Google mit fast 95% Marktanteil) auf die gleiche Anfrage andere Suchergebnisse präsentiert kommt als andere, weil die Suchmaschine seine Interessen speichert, ist inzwischen allgemein bekannt. Internetbenutzer werden so in einer eigenen Blasen gefangen, weil die Vielfalt individuell auf den jeweiligen Nutzer angepasst wird und je differenzierter der Nutzer und seine Interessen ausgespäht wurden, um so mehr dient eine Suchmaschine nur mehr zur Bestätigung der eigenen Vorurteile.

Für eine anspruchsvolle Recherche ist die Suchmaschine, allen voran Google, nicht geeignet und da diese Suchmaschine faktisch ein Monopol hat, stellt sich die Frage, ob zum Wohle der Allgemeinheit da nicht eine Enteignung geboten ist.