15 Jahre Leben zwischen Klamotten, Schuhen und Cafés

20. Februar 2019

Eine Langzeitbeobachtung von Wolfgang Ettlich und Hans-Albrecht Lusznat 

Samstag 23.02.2019  18.00 und 20.30 Uhr im Theater Heppel&Ettlich Feilitschstrasse 12 München

Die Hohenzollernstraße war und ist immer noch eine der lebhaftesten und geschäftigsten Einkaufsstraßen in Schwabing – auch wenn sie schon seit Jahren einer permanenten Veränderung ausgesetzt ist. Allein 2003, bei unserer ersten Dokumentation der Straße, gab es noch 24 Schuhläden und fast genauso viele inhabergeführte Modegeschäfte. Aufgrund der stetig ansteigenden Mieten und des veränderten Konsumverhaltens konnten sich dort in den letzten Jahren nur noch wenige kleine Privatgeschäfte halten. Die meisten kleinen Läden mussten Supermärkten wie Rossmann, DM und Rewe weichen. Ein ständiger Wandel ist mittlerweile symptomatisch für die Einkaufsstraße. 

Der erste Spaziergang mit der Kamera durch die Hohenzollernstraße fand 2003 mit zwei synchron laufenden Kameras: Eine Kamera war für die Totale der Straße zuständig, mit der zweiten Kamera wurden Passanten und Ladenbesitzer begleitet und interviewt. Dabei kamen sowohl junge als auch alteingesessene Schwabinger, die dort leben, arbeiten und einkaufen, zu Wort. Der Film führte den Zuschauer von der Leopoldstraße bis zum Kurfürstenplatz – durch Geschäfte, Cafés, Hinterhöfe und Privatwohnungen, und durch alte, noch ansässige Familienbetriebe. Das Spannende bei dieser Beobachtung waren die zufälligen und abwechslungsreichen Begegnungen, durch die der Kontrast und das bunte Nebeneinander dieser Straße besonders deutlich wurde. 

Zehn Jahre später, 2013, machte das Team noch einmal den gleichen Spaziergang durch die Hohenzollernstraße. Dabei stellten wir fest, dass es viele der Läden, deren Protagonisten wir im ersten Film interviewt hatten, nicht mehr gab. Auch das Kaufverhalten hatte sich verändert. Und schon damals hatte die Hohenzollernstraße durch das Ladensterben viel von ihrem Charme als beliebte Einkaufsmeile verloren. 

Aufnahmetechnik 2018

2018, wieder fünf Jahre später, waren wir neugierig auf eine Fortsetzung dieser ungewöhnlichen Langzeitbeobachtung und entschlossen uns, noch einmal den Spaziergang mit der Kamera von der Leopoldstraße bis zum Kurfürstenplatz zu machen.  Der Film führt den Zuschauer an die gleichen Orte, die wir in den Jahren 2003 und 2013 mit der Kamera festgehalten hatten. Wir waren gespannt auf die Veränderungen der Straße und auf die Reaktionen der Menschen, die dort leben und arbeiten. Wie viele der verbliebenen alteingesessenen Händler konnten den steigenden Mieten und der hohen Konkurrenz durch Onlinehändler trotzen?