Der TAS Filmprozessor

28. Oktober 2011

 

Braucht man ein Tank Agitation System wirklich? Alle 30 Sekunden dreht diese Maschine die Entwicklerdose über Kopf herum, wie oft, wie schnell und auch in welchen Intervallen lässt sich dabei programmieren. Durch den mechanischen Helfer wird ein Parameter der Filmentwicklung, nämlich die Agitation des Tanksystems, genau kontrollier- und reproduzierbar. Wenn man den Chemikalienansatz richtig ausführt und die Temperatur im Auge behält, dann lässt sich eine relativ hohe Verarbeitungskonstanz bei der Negativentwicklung erzielen, sieht man einmal von den Strömungsverhältnissen und den Konzentrationsgefälle innerhalb der Entwicklerdose ab.

 

 

Was bringt der TAS Filmprozessor für einen Vorteil? Der mag sich nicht unbedingt sofort erschließen und wer wenige Filme und diese auch nur mit kurzen Entwicklungszeiten verarbeitet, der kann auch weiter von Hand kippen. Bei Prozesslängen von mehr als 20 Minuten macht der Prozessor auf alle Fälle Sinn und entspannt die Verarbeitungsprozedur wesentlich. Befüllt und kräftig aufgeschlagen spannt man den Tank in den Prozessor und ab da arbeitet das Gerät selbstständig. Nicht mal eine Uhr braucht es mehr, die sollte man nur für den Fall mitlaufen lassen, daß es einen Stromausfall gibt.

Während die Mechanik den Tank unermüdlich kippt, kann man die Temperatur der Folgebäder kontrollieren und korrigieren. Und es gibt immer viel zu tun, was bei Kippen mit der Hand unweigerlich zu Stress führt. Bei 15 Minuten Entwicklungszeit und zweimaligem Kippen in 30 Sekundenintervallen kommt man auf ganze 5 Minuten Handarbeit. Die 20 Sekunden Pausen reichen gerade zum Ausmessen der Temperatur des Fixierbades. Es gibt vermutlich keinen Laboranten, der sklavisch seinen Kipprhythmus über so lange Zeit durchhält und nicht einmal aus dem Takt kommt.

 

 

Auch der Initiator der Kippmethode, der Hamburger Fotograf Willi Beutler hat schon früh den Vorteil der Maschinenarbeit gesehen und 1965 eigens einen Agitator entwickelt. Ein Getriebemotor mit 2 Umdrehungen pro Minute drehte die eingespannte Dose langsam über Kopf, bis sie vom Eigengewicht wieder in die Ausgangsposition herunter fiel. Diese Apparatur war käuflich und wurde von der Firma Erich Höner in Hamburg hergestellt.

Der TAS Filmprozessor von Heiland Electronik Wetzlar lässt sich für fast alle Entwicklungsdosen anpassen, selbst für ausgefallene Tanks wie den Jobo 4314 für 10 KB-Spiralen, wie er auf dem ersten Foto zu sehen ist. Eine Bedienungsanleitung zum TAS-Filmprozessor   findet sich unter den Downloads.